SchachMonopoly
- Bernd Liske

- vor 16 Stunden
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Die Ukraine, Venezuela, Grönland, Europa – Figuren eines Spiels
Schach hat sich ursprünglich im 6. Jahrhundert als militärisches Strategiespiel in Indien unter dem Namen „Chaturanga" entwickelt: Was "vier Glieder" bedeutet und für Infanterie, Kavallerie, Streitwagen und Elefanten stand. Über Persien und die arabische Welt verbreitete sich Schach in die Welt, wobei sich der heutige Name vom persischen Wort „Schah“ (König) ableitete.
Am deutlichsten wurde die Verbindung zwischen dem Spiel und dem Leben in der Neuzeit sicher 1972 in dem legendären Kampf um die Weltmeisterschaft zwischen dem Amerikaner Bobby Fischer und dem Russen Boris Spasski. Fischer, russophob geprägt, meinte zu diesem Kampf, er wäre „eigentlich die freie Welt gegen die lügenden, betrügerischen, heuchlerischen Russen … Sie schlagen immer vor, die Staats- und Regierungschefs der Welt sollten ihre Probleme im Nahkampf austragen. Und genau das tun wir.“ Ursprünglich wollte er wegen des zu geringen Preisgelds nicht antreten, doch dafür, dass er es dann doch tat, soll neben einem verdoppelten Preisgeld auch Henry Kissinger seinen Beitrag geleistet haben: „„Amerika will, dass Sie rübergehen und die Russen schlagen.“
Unter Donald Trump machen sich die USA wieder auf, jemanden zu schlagen, doch passiert das nun im realen Leben, die Figuren dieses Spiels sind – zunächst – die Ukraine, Venezuela, Grönland sowie die Schlossstraße Europa und in Ergänzung zum klassischen Schach sowie dem klassischen Krieg geht es nicht ausschließlich darum, den Gegner zu schwächen, indem seine Figuren geschlagen werden, sondern auch darum, die Figuren in Besitz zu nehmen. Der Gegner der USA ist China.
Am 01. Januar 2023 schrieb ich zur Natur des Krieges im Zusammenhang mit der Ukraine:
Hier ging es jedoch nicht um die Zerstörung der Wasser- und Energieversorgung sowie anderer kritischer Infrastrukturen von Land, Wasser und Luft aus: Nein, die Flächenbombardements dieses Kriegs neuer Art erfolgen durch die mediale Artillerie in den gedachten Raum der Bevölkerung mit dem Ziel, eine verbrannte, russophob geprägte, monokulturelle Verblödungs-Erde zu hinterlassen, um so den Sanktionen und weiteren in der Folge ausgelösten Maßnahmen der gefahrlose Weg zu ebnen. Das Konzept des Network Centric Warfare 4.0 findet seinen Weg in den gedachten Raum, aus dem es in den realen Raum wirkt und der Ukraine-Krieg ist ein Testbed für diese neue Qualität vernetzter Operationsführung, in der die Sanktionen und die Medien als fünfte und sechste Teilstreitkraft wirken: Ein Testbed auch dafür, wessen und welcher Qualifizierung es noch bedarf, um China zu überdehnen.
Am 20. Januar 2025 – dem Tag der Amtseinführung von Donald Trump – schrieb ich in einer Analyse zur Natur der amerikanischen Politik:
In den letzten Jahren ist die amerikanische Politik zunehmend davon bestimmt, dass sie die eigene Wirtschaft auf Kosten des Rests der Welt saniert und den Reichtum ihrer Eliten weiter steigert: Das uramerikanische Geschäftsmodell erlebt eine Renaissance. „Make America Great“ war schon immer die Orientierung der Eliten: Des „Again“ bedürfen Sie, um das eigene Volk zu besänftigen, ihm Hoffnung zu geben und tatsächlich einige Folgen des auf Superprofite ausgerichteten Globalisierungsansatzes moderner Ausbeutung zu korrigieren.
Gebunden ist diese Entwicklung sicher an den Aufstieg Chinas und die Wahrnehmung, dass Russland der Welt die Erfahrung vermittelt, dass man es auch militärisch mit den USA aufnehmen kann. Das aus dem Blickwinkel der Stärkung der westlichen Allianz als Gemeinschaft Tragische an der Sache ist dabei: Diese Politik macht vor der Schwächung ihrer stärksten Partner und insbesondere Deutschlands nicht halt. Unter Joe Biden legte die amerikanische Politik wieder ihr Mäntelchen ab und offenbarte ihre brutale Seite. Wenn jetzt Donald Trump kolportiert, Kanada könne der 51. Bundesstaat der USA werden, so scheint mir: Da ist Europa schon weiter. Mehr und mehr entwickeln wir uns zu Vasallen der USA. Eine durchaus wesentliche Verantwortung für das aggressive Auftreten der USA trägt jedoch Deutschland selbst und das ist an die deutsche Verfasstheit gebunden.
Die Verknüpfung beider Zitate mit den geopolitischen Entwicklungen im ersten Jahr der Präsidentschaft von Donald Trump führt zu der Feststellung: Der Krieg zwischen den USA und China ist schon voll im Gange.
Die Kombination ist eine Folge von Zügen, die einzeln genommen vielleicht nicht verständlich sind, zusammen aber einen bestimmten Zweck erreichen. Zur Kombination gehört normalerweise ein Opfer. Es gibt auch Kombinationen ohne Opfer; dann muss aber mit Drohungen gearbeitet werden, um die möglichen Antworten des Gegners zu beschränken. Andernfalls würde der durchzurechnende Variantenkomplex zu groß.
(Max Euwe, Schachweltmeister 1935 bis 1937)
Für dieses Spiel opfert Donald Trump mit großem Gloria den Krieg der USA gegen Russland und dabei die Ukraine – die in gewisser Weise das Schicksal der Kurden in Syrien teilt. Er folgt dabei der Einsicht, dass dieser Krieg nicht zu gewinnen ist und Ressourcen bindet, die im Kampf gegen China benötigt werden. Hinzu kommt, dass dieser Krieg – wesentlich bestimmt durch das Schlachtfeld Ukraine und die Sanktionen – Russland hinsichtlich Souveränität, Autarkie und militärischer Stärke erheblich gestärkt hat und seine weitere Dauer das noch verstärken würde.
Für die, die sich schwertun, die Sanktionen gegen Russland und das, was in der Ukraine passiert, als Krieg der USA zu betrachten, sei das Verständnis dafür kurz über einige Zitate geöffnet, denn es ist wichtig, zum Wesen derartiger Konflikte vorzudringen, um mit dem Wissen darüber weitere besser beurteilen zu können, aber insbesondere die richtigen Schlüsse für das eigenen Handeln zu ziehen. Zbignew Brzeziński, außenpolitischer Berater mehrerer Präsidenten und Gründer der Trilateralen Kommission, brachte zum Ausdruck:
Ohne die Ukraine hört Russland auf, ein Imperium zu sein, aber mit einer unterworfenen Ukraine wird Russland automatisch zu einem Imperium.
Victoria Nuland, Unterstaatssekretärin im US-Außenministerium, äußerte sich zu der Unterstützung der Ukraine bis zum Euromaidan 2013 wie folgt (ab 7´ 28´´):
Seit der Unabhängigkeit der Ukraine im Jahr 1991 unterstützen die Vereinigten Staaten die Ukrainer beim Aufbau demokratischer Kompetenzen und Institutionen, bei der Förderung bürgerschaftlichen Engagements und guter Regierungsführung – allesamt Voraussetzungen für die Verwirklichung der europäischen Ambitionen der Ukraine. Wir haben über 5 Milliarden US-Dollar investiert, um die Ukraine bei diesen und weiteren Zielen zu unterstützen, die eine sichere, prosperierende und demokratische Ukraine gewährleisten sollen.
Und schließlich sei Theo Sommer, Herausgeber der ZEIT, zitiert (Zitat aus 1):
„Wenn die Ukraine in einen unsinkbaren Flugzeugträger verwandelt wird, der unter amerikanischer Kontrolle wenige hundert Meilen von Moskau entfernt an Russlands Grenze ankert, wäre dies für den Kreml nicht akzeptabler, als der andere unsinkbare Flugzeugträger – Kuba – vor bald sechzig Jahren für das Weiße Haus war." Wozu Dmitri Trenin von Carnegie Moscow anmerkte: "Jeder russische Präsident würde solch eine Verankerung der Ukraine mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln zu verhindern suchen.
Die Blaupause für den Krieg ab 2022 lieferte dann die Studie der RAND Corporation – einem Think Thank zur Beratung der amerikanischen Streitkräfte – „Extending Russia“ von 2019:
Eine Ausweitung der US-Unterstützung für die Ukraine, einschließlich tödlicher militärischer Hilfe, würde wahrscheinlich die Kosten für Russland — an Blut und Geld — erhöhen, die mit dem Halten der Region Donbass verbunden sind.
...
Eine Ausweitung der US-Hilfe für die Ukraine würde wahrscheinlich zu einer entsprechenden Zunahme russischer Unterstützung der Separatisten und russischer Militärkräfte in der Ukraine führen und damit den Konflikt auf einem etwas höheren Intensitätsniveau halten.
...
Eine deutlichere US-Fürsprache für eine NATO-Mitgliedschaft der Ukraine würde wahrscheinlich sowohl die ukrainische Moral stärken als auch Russlands Entschlossenheit, einen solchen Schritt zu verhindern — und könnte so Russlands Verpflichtungen und Kosten weiter erhöhen.
Das man in den deutschen Medien nichts von diesem Krieg liest, liegt daran, dass Deutschland Kriegspartei ist: Dass Russland nicht davon spricht, daran, dass es ein Interesse daran hat, der USA die Möglichkeit zu geben, sich gesichtswahrend aus dem Konflikt herauszuziehen. Wie schon beim Irak, bei Afghanistan und Syrien trägt Deutschland auch bei der Ukraine die Hauptlasten des Krieges, während Donald Trump sich damit für den Friedensnobelpreis bewerben will – zumindest, soweit ihm das bei seiner großen Illusionsshow nützlich erscheint.
Es ist eine große Leistung von ihm, die USA als Friedensstifter in diesem Krieg profiliert zu haben: Niemand ansonsten hätte das so geschafft – doch es ist nur ein Aspekt des großen Spiels, mit dem Donald Trump die Welt schwindlig spielt. Sein Feuerwerk aus lautstarken und dominanten Auftritten, provokanten Tweets, medialen Skandalen, Handelssanktionen, großen wie auch beleidigenden Gesten, Ankündigungen wie auch Rücknahmen und vielem anderen dient nur dazu, abzulenken, zu verwirren, zu schwächen – aber insbesondere den Fokus auf die Durchsetzung der strategischen Ziele ebenso zu verschleiern wie die Schwächen der USA.
Die USA erkennen, dass die Mär von der schützenden Weltordnungsmacht nicht mehr zieht, dass die Sehnsucht nach dem American Way of Life nicht mehr zieht, dass die durch Hollywood, Coca-Cola, McDonald´s und Walt Disney ausgelösten Anziehungskräfte nachlassen. Im Angesicht dieses massiven Verlustes an Soft Power und der substanziellen Schwächen bäumt sich der Hegemon zu einem rücksichtslosen Akteur auf, der mit Hard Power seine Macht nutzt, um weltweit Vorteile zu erzwingen und Europa ist dabei mit seiner eigenen Sanktionspolitik ein williger, sich selbst kasteiender, Vasall. Während frühere US-Präsidenten Stabilität durch Bündnisse suchten, generiert Donald Trump Macht durch die gezielte Erzeugung von Instabilität in der Welt und nicht zuletzt bei seinen Partnern. Niemand sollte jedoch glauben, dass die Präsidenten, die ihm folgen, die Geschichte zurückdrehen wollen: Die Natur der amerikanischen Politik ist das Bestreben, die Welt in jeglicher Hinsicht zu dominieren: Dass die USA sich damit substanziell schwächen und die Wettbewerber stärken, gehört zu einer anderen Geschichte (1, 2).
Während gegenüber Russland die Strategie der Überdehnung verfolgt wird, ist es gegenüber China eine der Eindämmung. Chinas stieg seit dem Beitritt zur Welthandelsorganisation (WTO) im Jahr 2001 zum zweigrößten weltweiten Investor auf. Voraussetzung dafür waren die massiven Auslandsinvestitionen in China selbst. Ab 2002 war China deren weltweit größte Empfänger: Während sie 2010/2011 schon bei 240 Milliarden USD lagen, stiegen sie 2021/2022 auf ihren Höchststand von 340 Milliarden USD. Dass sie ab 2023 massiv einbrachen, lag dann u. a. auch an den aufflammenden Handelsstreitigkeiten mit den USA.
Getrieben wurden die Auslandsinvestitionen durch die „Going Out“-Strategie ab 2000, mit der die chinesische Regierung die Unternehmen dabei unterstützte, im Ausland zu investieren, zu fusionieren und zu übernehmen, um so um globale Marktanteile zu gewinnen, strategische Ressourcen und Technologie zu sichern und die wirtschaftliche Modernisierung voranzutreiben. In der Folge sprang China vom Rang 26 (2002) auf Platz 2 der weltweiten Investoren auf. Im ersten Quartal 2022 erreichten die Investitionen mit 107 Milliarden USD ein Allzeithoch.
Im Rahmen dessen wurden auch Venezuela und Grönland bedacht. China hat in den letzten Jahrzehnten in Venezuela ca. 70 Milliarden USD investiert – insbesondere im Bereich Erdöl, Telekommunikation, Infrastruktur und Bergbau – und ist damit der größte Gläubiger. Zur Schuldentilgung geht das geförderte Öl nach China. Als Teil der polaren Seidenstraße – eine Erweiterung der Neuen Seidenstraße – spielt auch Grönland für China eine wichtige Rolle. Es wird insbesondere in den Rohstoffsektor investiert, aber auch in die Fischerei, für die China der zweitwichtigste Exportmarkt ist. Versuche, in grönländische Flughäfen zu investieren und alte US-Militärstützpunkte zu kaufen, scheiterten jedoch am Druck der USA.
Das es den USA gegenüber Venezuela nicht um Drogenhandel ging – mehr als 100 Menschen starben durch die Zerstörung von Booten vor der venezolanischen Küste – war nicht schwer zu verstehen. Auch Waffenschmuggel und die vermeintliche fehlende demokratische Legitimität des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduros rechtfertigten nicht, dass Donald Trump die „"USS Gerald R. Ford“ vor die Küste Venezuelas schickte. Während die Welt rätselte, ob die USA in Venezuela einmarschieren, wurden sieben Tanker festgesetzt, die venezolanisches Öl primär nach China sowie Kuba transportierten und schließlich der Präsident entführt. In der Folge verliert China einen Lieferanten seines Öl, den Einfluss auf die venezolanische Regierung und muss um seine Investitionen fürchten. Was als Reaktivierung der Monroe-Doktrin betrachtet werden kann, die Lateinamerika als Einflusssphäre der Amerikaner betrachtet, ist in Wirklichkeit nur Aspekt der Systemauseinandersetzung mit China.
Das China versteht, worum es den USA in Venezuela tatsächlich geht, zeigte sich schon Stunden nach der Entführung von Nicolás Maduro am 3. Januar. Ohne großes Aufsehen, wurde eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, die den USA verdeutlichen sollen, dass man bei dem geopolitischen SchachMonopoly ein ebenbürtiger Gegner ist. Am 04. Januar setzte die People’s Bank of China vorübergehend alle Transaktionen von Unternehmen aus, die Verbindungen zum US-Verteidigungssektor haben – also Boeing, Lockheed Martin, Raytheon, Dynamic General. Der größte Stromnetzanbieter der Welt, die State Gris Corporation of China, kündigte die technische Überprüfung aller Verträge mit amerikanischen Lieferanten an – was hinsichtlich dessen, dass es erst jetzt erfolgt, verwundert, wenn man bedenkt, wie man schon geraume Zeit mit Huawai umgeht. Am gleichen Tag kündigte die weltweit größte staatliche Ölgesellschaft, die China National Petroleum Corporation, an, ihre Versorgungsrouten neu zu organisieren – mit der Folge, dass amerikanische Häfen wie Long Beach, Los Angeles, New York, Miami 35% ihres Containerverkehrs verlieren. Doch der Tag hatte noch mehr zu bieten: China bot ca. 30 Ländern sofortige Vorzugshandelsbedingungen an, wenn sie sich öffentlich verpflichten, keine venezolanische Regierung anzuerkennen, die durch die USA an die Macht kommt. Innerhalb von 24 Stunden nahmen 19 Länder das Angebot an: So Brasilien, Indien, Südafrika und Mexiko.
Einen Tag später ging es weiter. Chinas Interbanken-Zahlungssystem erweiterte seine Kapazitäten und bot sich als schnellere und billigere Alternative zu SWIFT an. Innerhalb von 48 Stunden gab es Transaktionen in Höhe von 89 Milliarden Dollar. Zentralbanken in 34 Ländern eröffneten operative Konten im chinesischen System und beschleunigten damit die Dedollarisierung. Das China sich nicht zu schade ist, den Westen weiter zu kopieren, zeigt sich in der weiteren Maßnahme, für alle Länder den Export von seltenen Erden zu beschränken, die die Entführung von Präsident Nicolás Maduro unterstützt haben.
Auch das ganze Theater um Grönland – Kauf der Insel, diplomatischer Druck, Strafzölle – diente neben dem Bemühen, sich den Zugriff auf die Rohstoffe zu sichern, insbesondere dem Bemühen, China einzudämmen. Wenn in Davos eine Einigung Donald Trumps mit dem „dänischen Ministerpräsidenten“ erzielt wurde – NATO-Generalsekretär Mark Rutte –, das Teile der Insel unter amerikanische Hoheit kommen, man auf die Rohstoffe Zugriff bekommt, die Insel beim Raketenabwehrsystem „Golden Dome“ einbezogen wird und man ein Mitspracherecht bei Investitionen anderer Länder bekommt, so hat sich das Theater für die USA durchaus gelohnt. Das man seine europäischen Partner ein weiteres Mal hat tanzen lassen, kann als gewünschter Mitnahmeeffekt gewertet werden und dass diese in dem Fall dabei mal ein bisschen auf dicke Hose machen, wird ihnen wohlwollend zugestanden.
Es wird bei Venezuela und Grönland nicht bleiben. Der Umsturz in Kuba könnte schon in diesem Jahr Wirklichkeit werden, doch ist das nur ein Bauer, mit dem man die Konsolidierung des amerikanische Hinterhofs vorantreibt. Eher dürfte man sich an größerem versuchen und da könnten neben dem Iran Südafrika und Brasilien auf der Speisekarte stehen. Das man sich auch um die Schlossallee kümmert, kann man unter anderem aus den Avancen schließen, die der AfD gemacht werden und dem zunehmenden Bemühen, sich um die Meinungsfreiheit in Europa zu sorgen.
Zum Schluss soll noch einmal Max Euwe zu Wort kommen:
Auf dem Schachbrett ereignen sich oft Stellungen, in denen eine Partei ein Zugeständnis macht, um einen entsprechenden Vorteil dafür einzutauschen. Man könnte das als Tausch von Stellungswerten bezeichnen im Gegensatz zum Tausch von Bauern oder Figuren in der materiellen Ebene. Es ist sehr schwer, einen Stellungsvorteil gegen einen Stellungsnachteil abzuwägen. Auf diesem Gebiet gibt es keine Waagschale, wie es im Reiche der Bauern und Figuren der Fall ist. Alles hängt von den besonderen Umständen ab. Bietet zum Beispiel der Besitz des Läuferpaares ausreichenden Gegenwert für eine Schwächung des Bauerngerüsts? Oder wird das Loch in der weißen Bauernstellung ausgeglichen durch das Loch am schwarzen Königsflügel? Der letztere Fall erlaubt eine allgemeine Antwort: Schwächen in der Nähe des Königs sind gewöhnlich schwerwiegender als andere.
China scheint seine ganz eigene Strategie für diese hochkomplexe geopolitische Spiel gefunden zu haben: In der Ruhe liegt die Kraft.








